Es gibt Themen, die uns Angst machen und zugleich anziehen. Serienmörder, Mörder, Psychopathen ... Sie wirken wie Gestalten aus einer fremden, dunklen Welt, in der andere Gesetze gelten. Wir lesen Artikel, sehen Filme und Dokumentationen und fragen uns: Wie kann ein Mensch ein ganz gewöhnliches Leben führen — zur Arbeit gehen, die Nachbarn anlächeln — und später kaltblütig töten? Was geht in seinem Kopf vor? Warum ist er so geworden? Dieses Interesse ist nicht bloß müßige Neugier. In gewisser Weise ist es ein Versuch, uns selbst zu beruhigen: Wenn wir verstehen, warum jemand zu einem Monster wurde, finden wir vielleicht einen Weg, neue Tragödien zu verhindern. Oder vielleicht ist es noch einfacher — wir fürchten das Unbekannte. Und genau deshalb möchten wir hineinblicken...

Das Wort „Prüfung“ weckt bei vielen Menschen nicht gerade angenehme Assoziationen. Selbst Jahre nach dem Schul- oder Universitätsabschluss genügt es manchmal, dieses Wort zu hören — und innerlich zieht sich etwas zusammen. Manche erinnern sich daran, wie sie vor einer wichtigen Prüfung die ganze Nacht nicht geschlafen haben. Andere daran, wie sie mit zitternden Händen vor dem Prüfungsraum standen. Und wieder andere daran, wie sie ausgerechnet in dem Moment alles vergaßen, was sie wussten, als sie antworten mussten. Warum passiert das? Im Grunde ist eine Prüfung doch nur eine Form der Wissensüberprüfung. Im wirklichen Leben wird sie jedoch häufig zu einem echten psychologischen Duell — mit sich selbst, mit Erwartungen und mit der eigenen Vergangenheit. Manchmal fürchten wir nicht die Aufgabe selbst, sondern das, was dahintersteht: die Angst vor einem Fehler, Schamgefühle oder die Erwartung zu scheitern. In diesem Artikel schauen wir uns an, was Prüfungen so belastend macht, woher diese Gefühle kommen und wie man lernen kann, besser mit ihnen umzugehen...
Stellen Sie sich einen Jugendlichen oder Erwachsenen vor, der genau weiß, was er vom Leben möchte. Er träumt davon, Architekt, Psychologe oder Programmierer zu werden. Die Augen leuchten, das Interesse ist echt, und der Wunsch wirkt stark und gut durchdacht. Dann kommt der Moment, in dem Berufswahltests gemacht werden — und das Ergebnis ernüchtert. Unter den Empfehlungen findet sich keine Spur des Wunschberufs. Mehr noch: Die Tests sagen: „Ihre Fähigkeiten in diesem Bereich sind gering“ oder „Ihre Neigungen weisen in eine ganz andere Richtung“. Das erzeugt einen inneren Konflikt. Was tun? Die Ergebnisse akzeptieren und den Traum aufgeben? Oder den Test bewusst ignorieren und trotzdem weitergehen, selbst wenn der Weg schwieriger wird als gedacht? Kann Berufsorientierung wirklich „besser wissen“, was zu einem Menschen passt? Und wie erkennt man die Grenze zwischen Realismus und Selbstsabotage, zwischen vernünftiger Neubewertung und dem Verrat an den eigenen Zielen? Dieser Artikel richtet sich an alle, die an einer Kreuzung zwischen ihrem Traum und einem Testergebnis stehen...
Jeder kennt dieses Gefühl: Man steht morgens auf, dreht den Wasserhahn auf — und die Hand wandert wie von selbst zum warmen Wasser. Eine kalte Dusche erscheint wie Folter, Schnee unter nackten Füßen wie Wahnsinn, und allein der Gedanke, ins Eiswasser zu steigen, lässt einen frösteln. Warum eigentlich? Was bringt uns dazu, vor Kälte zurückzuschrecken und schon den Gedanken an Abhärtung zu vermeiden? Ein Teil der Antwort liegt in der Psychologie. Kälte wird nicht nur vom Körper, sondern auch vom Bewusstsein als Stress erlebt. Instinktiv verbinden wir sie mit Gefahr, Verletzlichkeit und Unbehagen. In einer modernen Welt, in der Wärme, Komfort und Vorhersehbarkeit zur Norm geworden sind, kann schon ein Schritt aus dieser Komfortzone wie eine Bedrohung wirken. Abhärtung ist mehr als eine körperliche Prozedur. Sie ist eine Begegnung mit dem eigenen inneren Widerstand, eine Prüfung der Willenskraft und ein Training im Umgang mit Unbehagen...
Jede Nacht schlafen wir ein, um uns auszuruhen und neue Kraft zu schöpfen. Doch was, wenn Schlaf mehr ist als bloße Erholung — und eine Schlüsselrolle für unsere psychische Gesundheit spielt? Und was, wenn er bei einer Depression nicht nur Unterstützung bietet, sondern zu einem wichtigen Bestandteil der Behandlung werden kann? Depression gehört zu den häufigsten psychischen Erkrankungen weltweit. Viele Menschen erleben Symptome wie Antriebslosigkeit, Verlust von Interesse und Freude, Angst sowie Schlafstörungen. Gerade Schlafprobleme werden häufig lediglich als Folge einer Depression betrachtet und nicht als ein Faktor, der zu ihrer Entstehung oder Aufrechterhaltung beitragen kann. Neuere Forschung zeigt jedoch, dass diese Beziehung in beide Richtungen wirkt...
Auf den ersten Blick wirkt Aberglaube wie ein Überbleibsel aus längst vergangenen Zeiten, als Menschen unerklärliche Erscheinungen mithilfe von Magie und Mythen deuteten. Eigentlich könnte man meinen, dass solche Überzeugungen heute, im Zeitalter von Technologie und Wissenschaft, längst verschwunden sein müssten. Doch sie leben weiter — in kleinen Ritualen, Gewohnheiten und Ängsten, die unseren Alltag begleiten: Manche Menschen gehen einer schwarzen Katze lieber aus dem Weg, andere klopfen auf Holz, um ihr Glück nicht zu „verschreien“, und wieder andere fürchten noch immer die Zahl 13. Warum sehen rationale Menschen in Zufällen weiterhin Zeichen des Schicksals? Wie entsteht Aberglaube, welche psychologischen Mechanismen stehen dahinter und welche Rolle spielt er in unserem Leben? In diesem Artikel wollen wir herausfinden, was sich hinter dem scheinbar „harmlosen“ Glauben an Zeichen und Omen verbirgt — und wie tief diese Phänomene in der menschlichen Denkweise verwurzelt sind...
„Ich habe keine Zeit“ — das ist eine der häufigsten Klagen unserer modernen Welt. Wir fühlen uns gehetzt, erschöpft und unserem eigenen Zeitplan ständig hinterher. Selbst ein freier Tag wird oft nicht zur Erholung, sondern zu einer endlosen Liste von Dingen, die man „noch erledigen müsste“. Und je mehr digitale Helfer, Erinnerungen und Aufgabenlisten wir haben, desto größer scheint die Unruhe zu werden. Doch wo liegt das eigentliche Problem? Die Uhr läuft für alle gleich. Jeder Mensch hat 24 Stunden am Tag. Trotzdem gelingt es manchen, die Balance zu bewahren, wichtige Aufgaben ruhig zu erledigen und dabei „nach den eigenen Regeln“ zu leben, während andere in Deadlines, Prokrastination und Schuldgefühlen versinken. Warum? Die Antwort liegt oft nicht in der Menge der Aufgaben, sondern in der Psychologie unseres Umgangs mit Zeit. Wir planen nicht einfach — wir erleben. Wir schieben Dinge nicht einfach auf — wir machen uns Sorgen. Wir setzen nicht einfach Ziele — wir werten uns oft selbst ab, wenn wir nicht alles schaffen...
Rumination ist das wiederholte Kreisen um dieselben Gedanken, meist negativer Art. Man geht vergangene Fehler, beunruhigende Szenarien oder eigene Schwächen immer wieder im Kopf durch, ohne zu einer echten Lösung zu gelangen, und bleibt stattdessen in diesen Gedanken hängen. Dies tritt häufig im Zusammenhang mit Angst, Depression und Stress auf. Im Unterschied zu produktivem Nachdenken führt Rumination nicht zu hilfreichen Schlussfolgerungen, sondern kann den emotionalen Zustand zusätzlich verschlechtern. Wenn Sie dieses Muster bei sich bemerken, können Sie versuchen, die Aufmerksamkeit bewusst umzulenken — etwa durch Sport oder ein Hobby —, Achtsamkeit zu üben oder Gedanken aufzuschreiben, um deutlicher zu erkennen, wenn sie zu keiner Lösung führen. Rumination ist keine Schwäche und keine „schlechte Angewohnheit“, sondern ein psychologischer Mechanismus, der sich besser steuern lässt. Eine Kombination aus Achtsamkeit, aktivem Handeln und Unterstützung kann helfen, den Kreislauf wiederkehrender Gedanken zu durchbrechen und neue Lebensfreude zu gewinnen...
Othering bezeichnet den psychologischen oder sozialen Prozess, bei dem „wir“ und „die anderen“ voneinander abgegrenzt und einander gegenübergestellt werden. Dabei wird eine Gruppe oder eine einzelne Person als fremd, anders, nicht normal oder als „andersartig“ wahrgenommen und dadurch als weniger bedeutsam, weniger gleichberechtigt oder manchmal sogar als gefährlich betrachtet. Im Russischen gibt es bislang keine einheitliche, allgemein etablierte Übersetzung des Begriffs Othering. Häufig verwendet werden jedoch verschiedene Varianten: Stigmatisierung — wenn das Anbringen negativer Etiketten im Vordergrund steht; Feindbild — vor allem im Zusammenhang mit Politik oder Konflikten; Entfremdungsprozess — mit Betonung der sozialen Trennung; Hervorhebung des „Anderen“ — als vergleichsweise wörtliche Übersetzung; Ausgrenzung der „Fremden“ — besonders in sozialen und ethnokulturellen Zusammenhängen; sowie „Drugovanie“ — ein russischer Neologismus, der gelegentlich in wissenschaftlichen Kreisen und Blogs als Versuch verwendet wird, ein möglichst genaues Äquivalent für den englischen Begriff zu schaffen...