
Die meisten von uns kennen wahrscheinlich den Satz: „Die Zeit heilt alle Wunden.“ Und tatsächlich steckt darin oft ein Stück Wahrheit. Selbst nach sehr belastenden Erlebnissen gelingt es uns häufig, Schritt für Schritt in den Alltag zurückzufinden. Die Vergangenheit lässt sich nicht ändern, Erinnerungen können uns noch lange begleiten, doch die Psyche passt sich allmählich an das Geschehene an. Aber nicht immer gelingt das. Von einer solchen ungewöhnlichen Situation erzählt der Film K-PAX aus dem Jahr 2001. Was geschieht, wenn wir uns mit dem Erlebten nicht abfinden können? Warum versucht die Psyche manchmal, der Realität zu entkommen, anstatt ihr unmittelbar zu begegnen? Schauen wir uns diese Fragen anhand einer der ungewöhnlichsten psychologischen Geschichten des Kinos genauer an...

Stellen Sie sich vor, zwei Menschen sagen denselben Satz: „Ich freue mich, dich zu sehen.“ Einer sagt es mit einem Lächeln, schaut direkt in die Augen und wirkt dabei aufrichtig. Der andere sagt genau dasselbe mit trockener Stimme und hebt den Blick kaum vom Handy. Rein formal haben beide dasselbe gesagt, und doch glaubt man dem einen sofort, während bei dem anderen Zweifel an seiner Aufrichtigkeit entstehen können. Warum ist das so? Weil wir in einem Gespräch weit mehr wahrnehmen als nur die Bedeutung der Worte. Wir achten auf die Intonation und den Gesichtsausdruck, beobachten Blick, Gesten, Körperhaltung und Bewegungen und nehmen sogar wahr, welchen Abstand jemand zu seinem Gegenüber einzuhalten versucht. All diese Signale werden gewöhnlich als nonverbale Kommunikation bezeichnet. Kann man am Verhalten eines Menschen erkennen, was er wirklich denkt und fühlt?...
Neurolinguistisches Programmieren, kurz NLP, gehört zu den bekanntesten und zugleich umstrittensten Ansätzen im Umfeld der Psychologie. Der Begriff ist selbst vielen Menschen geläufig, die sich kaum mit Psychologie beschäftigen. Manche kennen NLP aus Ratgebern zur Persönlichkeitsentwicklung, andere aus Trainings zu Verhandlungen und Verkauf oder aus Berichten über eine angebliche „verdeckte Beeinflussung“ anderer Menschen. Innerhalb weniger Jahrzehnte entwickelte sich NLP von einer ungewöhnlichen Idee einer kleinen Gruppe von Forschern zu einer ganzen Industrie aus Büchern, Kursen und Seminaren. Bis heute gehen die Meinungen darüber weit auseinander: Manche betrachten NLP als nützliche Sammlung praktischer Werkzeuge, andere stehen dem Ansatz ausgesprochen skeptisch gegenüber. Um zu verstehen, warum NLP so populär wurde und zugleich so viele Kontroversen auslöste, lohnt sich ein Blick darauf, wie es überhaupt entstand und was seine Begründer damit erreichen wollten...
Das Thema Migration ist heute in vielen Ländern der Welt äußerst aktuell. Manche betonen ihren Nutzen — etwa dass Zugewanderte Arbeitskräftemangel ausgleichen, lernen, arbeiten und Steuern zahlen. Andere empfinden dagegen Ärger oder Unruhe: „Es sind zu viele“, „sie verändern unsere Kultur“, „man findet keine vernünftige Arbeit mehr“. Wahrscheinlich hat jeder auf seine Weise recht. Aber warum löst ein und dasselbe Phänomen bei Menschen so unterschiedliche Reaktionen aus? Wenn wir genauer hinschauen, wird deutlich, dass es dabei nicht nur und oft nicht einmal hauptsächlich um die Migranten selbst geht. Hier wirken grundlegende psychologische Mechanismen, die uns über Jahrhunderte geholfen haben, in dieser Welt zu überleben. In diesem Artikel geht es nicht um Politik, sondern um Psychologie: Woher kommt das Gefühl des „Fremden“, warum ist es so hartnäckig und was können wir damit überhaupt tun...
Wir sagen oft „Ich bin eher der geisteswissenschaftliche Typ“ oder „Ich bin eher der technische Typ“ genauso leicht wie „Ich bin ein Frühaufsteher“ oder „Ich bin introvertiert“. Solche Begriffe sind vielen von uns vertraut und helfen dabei, unterschiedliche Gewohnheiten und verschiedene Seiten des Charakters anderer Menschen besser einzuordnen. Aber was, wenn wir bei dieser vertrauten Erklärung einmal genauer hinschauen? Was steckt tatsächlich dahinter? Warum mag ich Zahlen nicht, warum möchte ich mich nicht näher mit Menschen beschäftigen, warum probiere ich in manchen Situationen nichts Neues aus und bleibe lieber bei gewohnten Mustern? Warum versuchen wir nichts Unbekanntes, entdecken keine neuen Möglichkeiten und geben uns keine zweite Chance? Es wäre interessant herauszufinden, ob es wirklich um einen bestimmten „Denktyp“ geht — oder ob wir es mit etwas ganz anderem zu tun haben...
Viele erinnern sich wahrscheinlich an dieses seltsame Gefühl aus der Kindheit: Der Tag hat gerade erst begonnen, und trotzdem ist schon so viel passiert, dass es am Abend wirkt, als wären nicht ein paar Stunden, sondern ein ganzes kleines Leben vergangen. Sommerferien konnten sich beinahe wie eine eigene Epoche anfühlen. Darin fanden Freunde, Höfe, Reisen, Langeweile, Entdeckungen und all die kleinen Dramen und Freuden Platz, die für Erwachsene nicht immer leicht nachzuvollziehen sind. Mit zunehmendem Alter verändert sich dieses Gefühl jedoch allmählich. Eine ganz normale Woche beginnt, die Tage vergehen, und plötzlich ist Freitag. Das Wochenende ist vorbei, bevor es richtig angefangen hat. Der Monat hat gerade erst begonnen und ist schon wieder verflogen. Wir leben, arbeiten, treffen Menschen — und plötzlich stellen wir fest, dass das Leben bereits seine Mitte überschritten hat. Natürlich verändert sich der Lauf der Zeit selbst nicht. Aber unser inneres Zeitgefühl ist offensichtlich komplizierter als ein gewöhnlicher Kalender. Manchmal zieht sich die Zeit, manchmal schrumpft sie zusammen, manchmal scheint sie ganz zu verschwinden. Warum ist das so? Versuchen wir, das gemeinsam zu verstehen...
Jeder von uns kennt das Wort „Interview“ gut. Es scheint ganz einfach: Einer fragt, der andere antwortet. In der Praxis verbergen sich dahinter jedoch sehr unterschiedliche Formen der Kommunikation – sowohl in ihrer Bedeutung als auch in ihrer Struktur. Manchmal ist es ein freies Gespräch, bei dem es einfach darum geht, die Geschichte des Gegenübers zu hören. Manchmal ist es ein streng geregeltes Verfahren mit vorgegebenen Formulierungen, bei dem jede Abweichung vom Ablauf als Verstoß gegen die geltenden Regeln gilt. Und manchmal ist es ein Gespräch, das uns stark beeinflussen und unser Verständnis dessen verändern kann, was gerade geschieht. Wir neigen dazu, ein bevorstehendes Interview als eine standardisierte, typische Prozedur zu betrachten. Wir wurden „zu einem Interview“ eingeladen – also wird man uns Fragen stellen, auf die wir antworten müssen. Doch Fragen können aus ganz unterschiedlichen Gründen gestellt werden. Um nicht durcheinanderzukommen, lohnt es sich zu verstehen, welche Interviewarten es gibt, worin sie sich unterscheiden und warum überhaupt so viele verschiedene Formate benötigt werden...
Stellen Sie sich eine ganz alltägliche Situation vor. Sie haben es eilig, kaum noch Zeit, und plötzlich merken Sie, dass Sie etwas Wichtiges nicht finden können — die Schlüssel, ein Dokument, die Brille, einen USB-Stick, was auch immer. Sie sind sicher, genau zu wissen, wo Sie es hingelegt haben, und suchen natürlich zuerst dort. Sie öffnen den Schrank, gehen die Regale durch, räumen Dinge hin und her und schauen weiter nach hinten. Mit jeder Minute wächst die Gereiztheit. „Das kann doch nicht sein, ich weiß doch noch genau, dass ich es hier hingelegt habe!“ Sie sehen sich noch einmal aufmerksam um. Der Schrank ist fast vollständig auf den Kopf gestellt, die Gedanken rasen, die Zeit drängt. Und plötzlich sagt jemand neben Ihnen ganz ruhig: „Da ist es doch.“ Sie schauen hin — und stellen fest, dass der gesuchte Gegenstand die ganze Zeit direkt vor Ihren Augen an der sichtbarsten Stelle lag. Erstaunen macht sich breit: „Wie konnte ich das übersehen?“ In Wirklichkeit ist die Sache viel interessanter. Das Problem ist nicht, dass wir schlecht suchen...
Haben Sie sich schon einmal gefragt, warum Lernen manchen Menschen leichtfällt, Ihnen selbst aber schwer? Manche scheinen Neues sofort zu erfassen, verstehen schnell und merken sich, was der Lehrer gerade gesagt hat. Andere bemühen sich genauso sehr, lesen viel, wiederholen den Stoff und kehren immer wieder zum selben Thema zurück – und trotzdem fühlt es sich an, als würde das Gehirn ständig bremsen. Dann kann ein unangenehmer Gedanke auftauchen: „Vielleicht bin ich einfach nicht klug genug.“ In den allermeisten Fällen ist diese Erklärung völlig falsch. Lernen ist ein äußerst komplexer Prozess, an dem die Physiologie des Gehirns, psychologische Faktoren, unsere gesamte bisherige Erfahrung und unser aktueller Zustand beteiligt sind. In diesem Artikel wollen wir verstehen, warum Menschen so unterschiedlich lernen, welche Rolle das Gehirn dabei spielt, was mit Psychologie zusammenhängt und was von den äußeren Lebensbedingungen beeinflusst wird...